Beitrag teilen

Direkte Kommunikation – sagen, was Sache ist

„Wie geht es dir heute?“ - wir stellen diese Frage täglich, oft sogar mehrmals. Doch welche Antwort erwarten wir? „Gut, danke, und dir?“ oder  „Ach weißt du, grade geht’s mir nicht gut. Ich bin krank, meine Katze ist gestorben und auf der Arbeit habe ich Stress.“

Wie Sie diese Frage beantworten, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einerseits davon, wer fragt: ein guter Freund, ein Arbeitskollege oder ein flüchtiger Bekannter? Je nachdem wie gut man sich kennt, fällt die Antwort unterschiedlich aus. Doch nicht nur der Grad der Freundschaft beeinflusst diese Antwort, sondern auch, ob wir eher direkt oder indirekt kommunizieren.

In der deutschen Kultur legt man Wert darauf, direkt auszusprechen, was Sache ist. In anderen Kulturen muss man eher zwischen den Zeilen lesen. Sprechen nun Angehörige verschiedener Kulturen miteinander, kann es zu Missverständnissen kommen.

Erwarte ich eine direkte Antwort, werde ich ein „Danke, gut.“ genau so interpretieren – es gibt nichts zu beanstanden. Doch ist sie von meinem Gesprächspartner auch so gemeint? Hinweise können hier non-verbale Clues geben

  • Kein Blickkontakt
  • Schneller Themenwechsel
  • Rückfrage statt einer Antwort

Umgekehrt kann eine direkte Antwort auch ein zu viel an Information bringen. Antworte ich direkt auf die Frage, wie es mir geht, mit einem ausführlichen Bericht über meine akute Pechsträhne und meine angeschlagene Gesundheit, so kann dies meinen Gesprächspartner stark irritieren. In seinen Augen war die Frage ein Höflichkeitsritual, auf das keine detaillierte Antwort erwartet wurde – und erst recht keine so detaillierte Auflistung allen Unglücks.

Denn dies versetzt den Fragenden in die unangenehme Situation, dass er nun zwischen den Zeilen herauslesen kann, dass er oder sie doch nun bitte an der Situation etwas ändern sollte – schließlich würde man doch nicht einfach nur so sein Unglück ausbreiten, wenn man nicht erwarten würde, dass der andere etwas daran ändern kann!

Auch die besten Sprachkenntnisse helfen in diesen Situationen nur bedingt weiter. Hier ist interkulturelle Kompetenz gefragt, und das Wissen, wie in der anderen Kultur vorwiegend kommuniziert wird.

Beitrag teilen