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So kommunizieren Sie erfolgreich mit US-Amerikanern

8 Tipps

Januar 2021. Mit Joe Biden als 46. Präsident beginnt für die Amerikaner eine neue Ära. Mit dem Machtwechsel ändert sich auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den USA. Damit die – aktuell meist digitale – Zusammenarbeit nicht an interkulturellen Missverständnissen scheitert, hat Nancy Rienow , Amerikanerin und interkulturelle Trainerin bei den gemeinnützigen Carl Duisberg Centren, 8 Tipps für die erfolgreiche Kommunikation mit US-Amerikanern.

Tipp 1: Small-Talk ist das A und O

Tipp 2: Zurückhaltung bei kritischen Themen

Tipp 3: Achten Sie auf Feinheiten

Tipp 4: Fragen Sie nach

Tipp 5: Weniger ist mehr

Tipp 6: Zeigen Sie Präsenz

Tipp 7: Vorsicht mit Kritik

Tipp 8: Bleiben Sie flexibel

Tipp 1: Small-Talk ist das A und O

Small Talk ist bei der Kommunikation mit US-Amerikanern das Salz in der Suppe – und keineswegs Zeitverschwendung, wie die Deutschen es oft einschätzen. Zwischengespräche und zusammen lachen gehören zur amerikanischen Meeting-Kultur und sind sogar erwünscht. Sport, Arbeit, Urlaub oder Kultur sind immer dankbare Gesprächsanlässe. Oder zeigen Sie Anerkennung für erbrachte Leistungen des Gegenübers. Lob ist herzlich willkommen – auch für normale Aufgaben. Denn in den USA sind Erfolgserlebnisse sehr wichtig für die persönliche Identität. Vermeiden Sie in jedem Fall einen direkten Themeneinstieg und nehmen Sie sich stattdessen Zeit für einen freundschaftlichen Austausch. Versuchen Sie es mit Herzlichkeit und echtem Interesse, bevor Sie mit dem eigentlichen Thema des Meetings loslegen.

Tipp 2: Zurückhaltung bei kritischen Themen

Ein virtuelles Meeting mit Ihren amerikanischen Kollegen steht an? Je direkter der Kontakt, desto näher dran sind Sie auch an den aktuellen Entwicklungen vor Ort. Aber wie sieht‘s bei kritischen Themen aus? Zeigen Sie bei Themen wie COVID-19 ruhig Interesse an der Situation vor Ort, legen Sie jedoch nicht den Schwerpunkt Ihres Gesprächs darauf. Fragen Sie besser nach der persönlichen Situation des Gegenübers oder nach dem Wohlbefinden vom Familien- oder Freundeskreis. Meiden Sie Diskussionen über die Maskenpflicht oder den Umgang mit Corona. Vorsicht auch bei Themen rund um Politik, soziale Klassen, Religionen und Minderheiten. Fragt Ihr Gegenüber nach Ihrer Meinung, antworten Sie lieber neutral und wechseln Sie unauffällig das Thema. Seien Sie sich immer Ihrer Position als Außenstehender bewusst und gehen Sie nicht davon aus, dass andere derselben Meinung sind.

Tipp 3: Achten Sie auf Feinheiten

Small Talk gut und schön. Aber wann geht’s denn so richtig los? Gerade virtuell sollten Sie auf sprachliche Feinheiten achten, die einen Themenwechsel ankündigen. Tendenziell ist der amerikanische Small Talk länger als in Deutschland, obwohl es regionale Unterschiede gibt: Südstaaten, Westküste und mittlerer Westen nehmen sich mehr Zeit als der Nord-Osten. Wenn Sie das Meeting angesetzt haben, sollten auch Sie es sein, der zum Thema überleitet. Ähnlich wie im Deutschen hilft hier zum Beispiel ein „so“, „okay“, „how about we get down to business?“ oder „let’s focus on our topic now“. Ansonsten warten Sie lieber ab, bis die einladende Person zum geschäftlichen Teil überleitet.

Tipp 4: Fragen Sie nach

Auch US-Amerikaner kommunizieren direkt, aber dennoch anders als die Deutschen. Wiederholungen sollen Klarheit schaffen, zum Beispiel um Einigungen hervorzuheben. In diesem Zusammenhang fallen oft Sätze wie „let’s just recap this“ oder „just to make sure we’re on the same page“. Auch wenn Ihnen Dinge klar sind: verwenden Sie diese Sätze, damit alle anderen Gesprächspartner ebenfalls im Boot sind. Sie sind sich nicht sicher, ob Sie alles richtig verstanden haben? „What excactly do you mean by…?” ist angebrachter als „I didn’t understand that“. Alternativ können Sie das, was Sie verstanden haben, auch wiederholen und Ihr Gegenüber die Lücken füllen lassen.

Tipp 5: Weniger ist mehr!

Vor allem bei Präsentationen im virtuellen Raum heißt es: weniger ist mehr. Deutsche nennen oft viele Details. Wenn etwas nicht explizit gesagt wird, existiert es nicht. Amerikaner konzentrieren sich eher auf die praktische Umsetzung des Gesagten. Falls ihnen etwas unklar ist, fragen sie nach. Halten Sie sich bei Ihrer Präsentation nicht an Details auf, sondern nennen Sie erst die Lösung und dann den Weg dahin. Die nötigsten Inhalte und eine gute Gliederung helfen dabei, Ihre Zuhörer nicht mit Hintergrundwissen und Details zu überwältigen.

Tipp 6: Zeigen Sie Präsenz

Intensive Diskussionen, die in deutschen Büros und an deutschen Bildschirmen häufig geführt werden, empfinden Amerikaner schnell als zu ernst oder kämpferisch. Achten Sie daher besonders auf Ihre Intonation und Körpersprache. Vermeiden Sie eine zu intensive oder aggressive Tonlage. Verschränkte Arme kombiniert mit seltenem Blickkontakt wirken auf das virtuelle Gegenüber schnell abweisend. Versuchen Sie es mit einem offenen, interessierten Blick und zeigen Sie Präsenz.

Tipp 7: Vorsicht mit Kritik

Auch wenn US-Amerikaner im weltweiten Vergleich sehr direkt kommunizieren: bei der Äußerung von Kritik und dem Zuweisen von Aufgaben sind sie eher zurückhaltend. Verpacken Sie Kritik, indem Sie mit positiven Themen starten und enden. Verwenden Sie neutrale Wörter und Formulierungen wie „unfortunately“ und „it seems that…“ und vermeiden sie möglichst die direkte Ansprache mit „you“. Treten Spannungen oder Streitpunkte auf, versuchen Amerikaner oft, Harmonie herzustellen, indem sie zum Beispiel sagen „Maybe we can talk about that later“, „that’s not so important at the moment“ „I’m sorry, maybe I misunderstood you“ oder „We’ll find a solution for this.“ Regeln Sie Unstimmigkeiten lieber im Nachhinein unter vier Augen.

Tipp 8: Bleiben Sie flexibel

In Sachen Arbeitszeit ist große Flexibilität gefragt. Terminvorschläge außerhalb der Bürozeiten sind keine Seltenheit. Eine strenge Trennung zwischen Privat- und Arbeitsleben gibt es nicht und ähnliches erwartet man auch von seinen Geschäftspartnern. Virtuelle Meetings können auch gerne von Zuhause oder von unterwegs aus stattfinden. Merken Sie bei der Terminplanung an, welche Zeit Ihnen am besten passt. Aber stellen Sie sich darauf ein, dass amerikanische Geschäftskunden Sie unter Umständen auch im Urlaub kontaktieren. Denn auch im virtuellen Raum ist der Kunde König.

Erfahren Sie mehr zum Thema interkulturelle Zusammenarbeit mit den USA  in unseren interkulturellen Workshops.

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