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Best Practices im Virtual Classroom

Best Practices im Virtual Classroom

Die Möglichkeit, ein Training statt in einem Seminarraum in einer Online-Lernumgebung abzuhalten bietet viele Chancen. Teilnehmer*innen können sich von überall zuschalten – das spart Reisekosten, Zeit und ist sogar aus dem Homeoffice möglich. Doch ein Training online durchzuführen erfordert sowohl von Teilnehmer*innen als auch von Trainer*innen ein anderes Vorgehen im Vergleich zu einem Präsenztraining. Mittlerweile bieten die meisten Plattformen gute Möglichkeiten, Online-Trainings interaktiv durchzuführen und die Teilnehmer*innen intensiv mit einzubeziehen, und so für nachhaltige Lernerfolge zu sorgen. Sowohl für Trainer*innen als auch für Teilnehmer*innen kann es anstrengend sein, eine längere Zeit am Bildschirm zu sitzen. Je interaktiver dies gestaltet werden kann, desto höher die Motivation und die Konzentration.  

1. Ohne technischen Support geht nichts

Wenn  Sie ein Training online planen,  müssen Sie die technische Infrastruktur der Teilnehmer*innen im Blick behalten. In der Regel dauert es eine Weile, bis alle Teilnehmer*innen in den virtuellen Trainingsraum gefunden haben, und ihre Bild- und Toneinstellungen getroffen haben. Diese Zeit müssen Sie in Ihr Training mit einplanen. Peter Bernardi, Virtual Classroom-Experte bei den Carl Duisberg Centren, betont, dass sich diese Investition auszahlt: „Nur wenn die Teilnehmer*innen zu Anfang gut in die Funktionsweise der Plattform eingewiesen werden, können sie ein möglichst reibungsloses Trainingserleben haben. Sonst steigt die Frustration, wenn Ton und Bild nicht funktionieren.“

2. Bewegung aktiviert

Gute Trainings leben von der direkten Interaktion zwischen Trainer*innen und Teilnehmer*innen. Viele Methoden lassen sich virtuell durchführen, doch manches erfordert kreative Lösungen. In einem Präsenztraining können sich die Teilnehmer*innen während kurzer Kaffeepausen bewegen und unterhalten. Bei einem Online-Training müssen Sie dazu ggf. gezielte Anlässe schaffen.

Katarina Lerch, interkulturelle Trainerin der Carl Duisberg Centren, hat dazu folgenden Tipp: „Gerade längere Trainings erfordern zwischendurch etwas Abwechslung. Bei Gruppen, die sich bereits kennen, haben wir gute Erfahrung damit gemacht, zwischendurch zur Aktivierung gemeinsam vor der Webcam kurze Sporteinheiten einzulegen. Nach 5 Minuten hüpfen, lachen und an etwas Anderes denken, ist der Kreislauf wieder hoch gefahren, und die Zusammenarbeit kann weiter gehen.“  

3. Nutzt die Methodenvielfalt der Plattform

Verschiedene Plattformen für Virtuelle Trainings bieten unterschiedliche Werkzeuge. Im Online-Training ist es noch wichtiger, unterschiedliche Tools einzusetzen, als in einem Präsenztraining, da es noch schwerer ist, die Aufmerksamkeit am Bildschirm über einen längeren Zeitraum zu halten. Es ist wichtig, die Teilnehmer*innen interaktiv einzubinden – durch Wort- und Schriftbeiträge, über Sonderfunktionen wie Chat, Abstimmungen oder Gruppenarbeiten.

Peter Bernardis Tipp: „Überraschungsmomente schaffen! Wenn die Inhalte durch kurze, unterhaltsame Elemente aufgelockert werden, steigt einerseits die Motivation, andererseits auch die Spannung, was als nächstes kommt. Ein kleines Suchbild, ein Rätsel – das hilft bei vielen Teilnehmer*innen, die Aufmerksamkeit wieder zu gewinnen.“

4. Ohne Planung läuft nichts

Virtuelles Training erfordert von Trainer*innen eine detailliertere Planung des Trainings. Interaktive Methoden erfordern eine genauere Vorbereitung – schließlich müssen Folien im Vorfeld erstellt werden, so dass  Sie sie im richtigen Moment schnell hochladen können. Bei manchen Plattformen lassen sich im Vorfeld virtuelle Räume einrichten, in denen die zu nutzenden Methoden wie Chat, Abstimmungstool oder geteiltes „virtuelles Whiteboard“ bereits hinterlegt sind – so können Trainer*innen das Training im Vorfeld bereits strukturieren, und den Teilnehmer*innen ein Training „aus einem Guss bieten“. Katarina Lerch: „Ein gut geplantes Training lässt immer noch Raum für Improvisation – aber diese findet in einem strukturierten Rahmen statt. Das erfordert von Trainer*innen vielleicht etwas mehr Disziplin. Aber die Teilnehmer*innen werden einem danken.“

5. Starke Nerven sind unerlässlich

Ein Risiko besteht bei jedem Online-Training: Die Technik spielt nicht mit. Sie können noch so gut vorbereitet sein – wenn das System überlastet ist, die IT nicht mitspielt, oder die Teilnehmer*innen aus der Plattform gekickt werden, hilft die beste Planung nicht weiter. Für solche Fälle ist es wichtig, einen „Plan B“ in der Hinterhand zu haben – lässt sich die Präsentation auf einem anderen Weg an die Teilnehmer*innen geben? Gibt es noch andere Möglichkeiten, die Teilnehmer*innen aktiv einzubeziehen? In so einem Fall braucht es im besten Fall Routine, und das Wissen, wie auf andere Wege umgeschwenkt werden kann. Peter Bernardi: „Leider ist man der Technik ein Stück weit ausgeliefert. Wenn sie auf Kundenseite nicht funktioniert, kann man da nichts daran machen. Aber wenn man sich vorher überlegt, wie man notfalls auf andere Wege ausweichen kann, sollte man das tun! Es gibt zahlreiche Tools außerhalb der Plattformen, die über den Browser genutzt werden können – manchmal kann das ein Ersatz sein. Manchmal ist aber auch einfach der Wurm drin, dann heißt es, Zähne zusammen beißen und durch.“

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Für Trainer*innen bieten wir unter dem Dach unserer Trainerakademie Workshops zu verschiedensten Bereichen interkulturellen Trainings an.

 

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